Bericht der Sektion 8 Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit 2008 – 2009
Peter Rosenberg (Frankfurt/Oder) und Britta Hufeisen (Darmstadt)
(1) Arbeit der Sektion und Sitzungen auf den GAL-Jahrestagungen
Die Sektion 8 hat sich im Berichtszeitraum positiv entwickelt: Sie hat die Arbeit verstetigt und insbesondere im Bereich der Migrationslinguistik und Mehrsprachigkeitsforschung einen erweiterten Fokus herausgebildet. Hier wurden erfolgreich weitere Schritte zurückgelegt, die GAL in der fachwissenschaftlichen Forschungslandschaft als Ort des Austauschs zwischen Linguistik, Bildungsforschung und Praxis zu platzieren.
2009 wählte die Sektion das auf das Rahmenthema der Jahrestagung (‚Sprachliche Förderung und Weiterbildung – transdisziplinär’) bezogene Thema DaZ-Förderung transdisziplinär zum Gegenstand. Es fand recht starken Zuspruch (Teilnehmende zwischen 24 und 36).
Vorträge auf der Grundlage empirischer Forschungsergebnisse bildeten den Schwerpunkt. Die Sektionstagung wurde mit einer Panel-Diskussion abgeschlossen, an der eine Reihe anerkannter sprachwissenschaftlicher Kolleginnen und Kollegen (u.a. G. Siebert-Ott, H. H. Reich, Chr. Schroeder) sowie namhafte Beiträger aus den Sozialwissenschaften (H. Esser) und Vertreter der Schulpraxis (D. Föhr) teilnahmen.
Damit wurde eine Entwicklung fortgesetzt, die 2004 mit dem Thema "Mehrsprachigkeitspädagogik„ begonnen und 2007 mit dem Schwerpunkt “Sprachstandsmessung in der Schule" weitergeführt worden war (jeweils mit Panel-Diskussion).
2009 war für eine Teilnehmerin aus Ostmittel- und Osteuropa DFG-Förderung beantragt worden, die leider nicht rechtzeitig bewilligt worden war, so dass die Kollegin aus finanziellen Gründen absagen musste (Prof. Kryuchkova, Stellv. Leiterin des Instituts für nationalsprachliche Beziehungen der Akademie der Wissenschaften Moskau).
(2) Schwerpunktthemen der letzten Jahre im Überblick
2004: Mehrsprachigkeitspädagogik: Sprachliche Integrationsprobleme von Schülern nicht-deutscher Herkunftssprache
2005: Profession und Kommunikation im Bereich des Sprach- und Kulturkontakts
2006: Mehr(als Zwei)sprachigkeit
2007: Schlüsselqualifikation Mehrsprachigkeit: Sprachstandsmessung in der Schule
2009: DaZ-Förderung transdisziplinär.
(3) Liste der Vorträge und Angaben zur Zahl der ZuhörerInnen 2009
Siehe die Tabelle am Ende mit Programm und Teilnahmeangaben.
(4) Veröffentlichungen aus dem Kontext der Sektionsarbeit
Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, Vorträge und Presseveröffentlichungen der Sektionsleiter (P. Rosenberg zu Sprachminderheiten und Sprachenpolitik in Ost- und Westeuropa, B. Hufeisen zu Mehrsprachigkeit).
(5) Aktivitäten zwischen den Jahrestagungen (hier nur angewandte Linguistik)
Netzwerktätigkeit im Bereich der Mehrsprachigkeitspädagogik, Sprachdiagnostik und Migrationsforschung (Rosenberg) sowie im Bereich der Mehrsprachigkeitsforschung (Hufeisen).
(6) Geplante Schwerpunktthemen
· Regionalsprachen, Grenzregionen, Sprachinseln
· Mehrsprachigkeit im Bildungswesen im 21. Jahrhundert, Frühbeginn, CLIL
· Migration, sprachliche Integration und Mehrsprachigkeitspädagogik
(Fortsetzung von 2004, 2007, 2009)
· Sprachnationalismus.
Karlsruhe
16. – 18. September 2009
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Sektion Nr. 8 |
Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit |
Teiln. |
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Leitung: |
Peter Rosenberg (Frankfurt/Oder) Britta Hufeisen (Darmstadt) |
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09:00-09:45 Uhr |
Gesa Siebert-Ott (Siegen), Kirsten Schindler (Köln): Deutsch als Zweitsprache: Textkompetenz von Studierenden – Möglichkeiten der Einschätzung und Förderung |
24 |
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09:45-10:30 Uhr |
Magdalena Michalak (Lüneburg) Sprachregistergebrauch und -vermittlung als Grundlage für die DaZ-Förderung |
27 |
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10:30-11:00 Uhr |
KAFFEEPAUSE |
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11:00-11:45 Uhr |
Anne Berkemeier (Heidelberg) Visuelle Repräsentationen als Mittler zwischen Zweitsprach- und Wissensverarbeitung |
30 |
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11:45-12:30 Uhr |
Tobias Kallfell (Göttingen) Sprachkontakterscheinungen im Sprechverhalten jugendlicher Spätaussiedler |
28 |
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12:30-13:45 Uhr |
MITTAGSPAUSE |
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13:45-14:30 Uhr |
Beate Lütke/Tanja Tajmel (Berlin) DaZ im Fachunterricht – didaktische und curriculare Modellierung des fächerübergreifenden DaZ-Moduls in der Lehrerausbildung der HU Berlin |
31 |
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14:30-15:15 Uhr |
Patricia Mueller-Liu (Saarbrücken) „Lesen, Reden, Schreiben“ – ein Forschungsprojekt zur Förderung der Schlüsselkompetenzen bei SchülerInnen deutscher und nicht deutscher Muttersprache |
29 |
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15:15-15:45 Uhr |
KAFFEEPAUSE |
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Panel: Sprache als Schlüssel der Integration – was könnte das heißen? |
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15:45-16:00 Uhr |
Peter Rosenberg (Frankfurt/Oder) Einführende Worte zur Panel-Diskussion |
36 |
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16:00-16:30 Uhr |
Christoph Schroeder (Potsdam) Erstsprache, Zweitsprache, Schriftsprache (Impulsreferat) |
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16:30-18:00 Uhr |
Panel-Diskussion Hartmut Esser (Universität Mannheim) Doris Föhr (Schulleiterin GS Melibokusschule Alsbach-Hähnlein) Hans H. Reich (Universität Landau) Christoph Schroeder (Universität Potsdam) Gesa Siebert-Ott (Universität Siegen) |
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Reserve:
Matthias Hölzner ((Universität Duisburg-Essen)
Tatyana Kryuchkova (Akad. der Wissenschaften, Moskau; MOE: aus fin. Gründen abgesagt)
Sprachliche Förderung und Weiterbildung – transdisziplinär
Jahrestagung der Gesellschaft für angewandte Linguistik, 16.-18. September 2009, Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Sektion Sprachkontakte und Mehrsprachigkeit (aus dem Programmtext der Sektion):
DaZ-Förderung transdisziplinär
Es spricht sich nach und nach herum, dass Deutsch als Zweitsprache zum einen etwas ist, was professionell vorbereitet und durchgeführt werden muss. Zum Zweiten wird immer klarer, dass DaZ nicht die Verantwortlichkeit (ausschließlich) von DaM ist, sondern dass DaZ alle Fächer angeht, denn auch eine Mathematiklehrerin muss erkennen können, wann ihre SchülerInnen mit Migrationsgeschichte eine Aufgabe nicht rechnen können und wann sie sie schlichtweg sprachlich nicht erfassen (aber durchaus in der Lage wären, sie zu rechnen, wenn sie sie verständen), und wissen, wie sie damit umgeht. – Eine besondere Rolle scheinen hier der Lese- und allgemeiner Textkompetenz zuzukommen, die die Grundlage für fast alle anderen Fertigkeiten sind, die die SchülerInnen benötigen, um gesellschaftspolitisch mündige Erwachsene zu werden.
Wir laden daher Beiträge ein, die sich im Spannungsfeld der genannten Stichworte bewegen. Auch Referate, die sich mit Aspekten wie Integriertem Sachfachlernen (alles Lernen ist CLIL-Lernen aus Sicht der DaZ-SchülerInnen), Gesamtsprachencurriculum und Herkunftssprachenunterricht beschäftigen, sind sehr willkommen.
