Gesprächsforschung

Sektionsleitung:
Dr. Oliver Ehmer, Dr. Katrin Lindemann

Gegenstand der Sektionsarbeit ist die Analyse mündlicher Kommunikation, insbesondere von Gesprächen verschiedenster Art. Neben der Präsentation von Ergebnissen empirischer Forschung zielt die Arbeit auf die theoretische und methodische Weiterentwicklung der Gesprächsforschung sowie auf die Erkundung von Möglichkeiten ihrer Anwendung in der Praxis ab.
Im Zuge der Entwicklung der Industriegesellschaft zur Kommunikationsgesellschaft gewinnt neben der schriftlichen auch die mündliche Kommunikation im Beruf, in den Medien und im Alltag zunehmend an Gewicht. Mit ihrer Untersuchung kann die Gesprächsforschung zur Analyse und Bearbeitung von gesellschaftlichen Aufgaben und Problemen in vielen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens beitragen.

Die Sektion „Gesprächsforschung“ sieht Gespräche als holistischen Gegenstand, der interdisziplinär zu untersuchen ist. Sie ist daher nicht nur ein Forum für die linguistische Gesprächsanalyse, sondern strebt eine von der Einheit des Gegenstandes getragene Verbindung der sprachlichen Aspekte mit sozialen, kognitiven, semiotischen, historischen u.a. Perspektiven an. Sie ist dabei offen für unterschiedliche Ansätze der Erforschung verbaler Interaktion (wie Konversationsanalyse, funktionale Pragmatik, Ethnographie der Kommunikation u.a.).

Schwerpunkte der Sektionsarbeit sind:

  • die empiriegestützte Weiterentwicklung und kritische Reflexion der Theorien verbaler Interaktion und ihrer Grundbegriffe;
  • Untersuchungen zur Kommunikation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Institutionen (wie Wirtschaft, Politik, Bildung, Medizin oder Recht), von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen (wie Männern und Frauen, Jugendlichen, alten Menschen) und mittels verschiedener kommunikativer Praktiken (wie Erzählen, Streiten, Lehren);
  • die Diskussion von Methoden der empirischen Gesprächsforschung (wie Feldforschung, Forschungsethik, Aufnahmetechnik, EDV-gestützte Bearbeitung, Speicherung und Analyse von Daten, Korpustechnologie, Auswertungsverfahren, Ergebnispräsentation);
  • die Erprobung und kritische Reflexion der Möglichkeiten der Vermittlung und Anwendung von Ergebnissen der Gesprächsforschung in der Praxis (z.B. in Beratung, Training, Coaching).